Gebührenverschwendung bei ARD und ZDF. So dreist wird das Geld der Beitragszahler verbrannt

Vier Moderatoren, Millionen für Sport und milliardenschwere Einnahmen. Warum die Strukturen des öffentlich rechtlichen Rundfunks dringend auf den Prüfstand gehören.

Vier Moderatoren für wenige Minuten Fernsehen und am Ende zahlt der Bürger

Es ist eines dieser alltäglichen Rituale, über die kaum noch jemand nachdenkt. Die Nachrichtensendung beginnt. Ein Moderator begrüßt die Zuschauer und präsentiert die wichtigsten Meldungen. Für den Sport erscheint ein weiterer Moderator. Für das Wetter übernimmt der nächste. Je nach Sendung und Format kommen weitere Präsentatoren oder Korrespondenten hinzu.

Jeder Einzelne mag für seine Aufgabe qualifiziert sein. Trotzdem stellt sich eine Frage, die angesichts milliardenschwerer Beitragseinnahmen gestellt werden muss. Wie viel davon ist notwendiger Qualitätsjournalismus und wo beginnt die Gebührenverschwendung bei ARD und ZDF?

Denn am Ende finanziert dieses System zu einem erheblichen Teil der Beitragszahler. Gerade deshalb darf Wirtschaftlichkeit beim öffentlich rechtlichen Rundfunk kein Fremdwort sein.

Gebührenverschwendung bei ARD und ZDF beginnt bei den Strukturen

Niemand verlangt, dass eine professionelle Nachrichtensendung von einem Praktikanten aus einem Hinterzimmer produziert wird. Seriöser Journalismus benötigt Reporter, Redakteure, Korrespondenten, Kameraleute, Techniker und kompetente Moderatoren. Aber Professionalität ist kein Freibrief für Strukturen, die nicht mehr hinterfragt werden.

Warum benötigt man beispielsweise innerhalb einer Nachrichtensendung für wenige Sportmeldungen zwingend einen eigenen Sportmoderator? Warum muss eine kurze Wettervorhersage unbedingt von einem weiteren Präsentator übernommen werden? Warum kann ein hervorragend ausgebildeter Nachrichtenmoderator nicht Politik, Wirtschaft, Sport und eine kurze Wetterprognose präsentieren?

Die Frage nach der Gebührenverschwendung bei ARD und ZDF richtet sich deshalb nicht gegen einzelne Mitarbeiter. Sie richtet sich gegen ein System, das offenbar über Jahrzehnte Strukturen aufgebaut hat, deren Wirtschaftlichkeit immer wieder überprüft werden muss.

Eine Minute Nachrichten kostet mehr als 2.000 Euro

Wie kostspielig professionelle Nachrichtenproduktion ist, zeigen Zahlen der ARD selbst. Nach Angaben des Senderverbundes lagen die Kosten von Tagesschau und Tagesthemen bei rund 2.104 Euro pro Erstsendeminute. Darin stecken allerdings wesentlich mehr Ausgaben als lediglich die Vergütungen der sichtbaren Moderatoren.

Berücksichtigt werden unter anderem Kosten von ARD aktuell, Zulieferungen der Landesrundfunkanstalten, Auslandsstudios, Hauptstadtstudio, Börse und Wetter. Das muss bei einer seriösen Betrachtung ausdrücklich erwähnt werden. Trotzdem zeigt die Zahl eindrucksvoll, über welche finanziellen Dimensionen wir sprechen.

Wenn eine einzige Erstsendeminute mehr als 2.000 Euro kostet, ist die Frage nach möglichen Einsparungen keine populistische Forderung, sondern eine Frage wirtschaftlicher Vernunft.

Gebühren Schock beim Sport

Noch interessanter wird der Blick auf die Sportberichterstattung. Nach Angaben der ARD wurden in der Saison 2023/24 für 14 Moderatoren von Sportsendungen im Ersten insgesamt rund 1,81 Millionen Euro ausgegeben. Für 21 Sportexperten kamen weitere rund 2,30 Millionen Euro hinzu. Auch hier gilt selbstverständlich, dass diese Menschen nicht lediglich für einige Sätze innerhalb einer Nachrichtensendung bezahlt werden.

Die genannten Summen betreffen die Sportberichterstattung insgesamt. Trotzdem sind es Zahlen, über die gesprochen werden darf. Denn die Diskussion über Gebührenverschwendung bei ARD und ZDF kann nicht geführt werden, ohne zu untersuchen, wie viele Moderatoren, Experten, Kommentatoren und Spezialisten tatsächlich erforderlich sind.

225 Millionen Euro jährlich für Sportrechte

Hinzu kommen die eigentlichen Übertragungsrechte. Für die Jahre 2025 bis 2028 verfügt die ARD nach eigenen Angaben über einen durchschnittlichen Sportrechteetat von rund 225 Millionen Euro pro Jahr. Sport ist populär. Millionen Menschen verfolgen Fußball, Olympische Spiele, Wintersport und andere Wettbewerbe.

Doch Popularität beantwortet nicht automatisch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Bei einem beitragsfinanzierten Rundfunk muss auch gefragt werden, welche Sportereignisse zur öffentlich rechtlichen Grundversorgung gehören und wo der Wettbewerb mit kommerziellen Fernsehsendern beginnt. Auch das gehört zur Diskussion über Gebührenverschwendung bei ARD und ZDF.

Mehr als sieben Milliarden Euro Gesamterträge bei der ARD

Erst beim Blick auf das gesamte System wird deutlich, welche Dimension die Debatte tatsächlich besitzt. Die ARD Landesrundfunkanstalten erzielten 2024 nach eigenen Angaben Gesamterträge von rund 7,153 Milliarden Euro. 84 Prozent davon stammten aus Rundfunkbeiträgen.

7,153 Milliarden Euro. Eine Zahl, die man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen sollte. Es geht also nicht um ein kleines Medienunternehmen, das jeden Monat überlegen muss, ob die Einnahmen für Gehälter, Technik und Miete reichen. Hier existiert ein gewaltiges, über Jahrzehnte gewachsenes Rundfunksystem.

Gerade deshalb muss die Frage nach der Gebührenverschwendung bei ARD und ZDF erlaubt sein.

Vier Spezialisten für Informationen die auch einer präsentieren könnte

Stellen wir uns eine Nachrichtensendung einmal völlig neu vor. Ein professioneller Moderator führt durch die wichtigsten Nachrichten des Tages. Politik. Wirtschaft. Gesellschaft. Anschließend präsentiert derselbe Moderator die wichtigsten Sportergebnisse. Danach folgt eine kompakte Wetterübersicht.

Bei außergewöhnlichen Ereignissen werden Spezialisten hinzugezogen. Bei einer Regierungskrise berichtet der Hauptstadtjournalist. Bei einem Börsencrash erklärt der Wirtschaftsexperte die Zusammenhänge. Bei einer außergewöhnlichen Unwetterlage erläutert ein Meteorologe die Gefahren.

Das wäre journalistisch nachvollziehbar. Spezialisten kommen dann zum Einsatz, wenn ihre Expertise tatsächlich benötigt wird. Aber braucht man für die Information, dass Bayern München am Abend zuvor 3 zu 1 gewonnen hat, zwingend einen zusätzlichen Moderator? Braucht man für die Aussage, dass es morgen in Bayern 25 Grad warm und sonnig wird, zwingend einen weiteren Präsentator?

Genau hier beginnt die Diskussion über Gebührenverschwendung bei ARD und ZDF.

Der einzelne Moderator ist nicht das Problem

Dabei wäre es falsch, einzelne Moderatoren zum Sündenbock zu machen. Ein Moderator nimmt einen angebotenen Arbeitsplatz an und erhält dafür eine vereinbarte Vergütung. Das ist vollkommen legitim. Das Problem liegt eine Ebene höher. Es geht um die Organisation. Es geht um Strukturen.

Es geht um die Frage, ob Aufgaben zusammengelegt werden können. Und vor allem geht es darum, ob ARD und ZDF mit dem Geld ihrer Beitragszahler genauso umgehen würden, wenn sie jeden Euro auf einem freien Markt selbst erwirtschaften müssten. Das ist der entscheidende Punkt in der Diskussion über Gebührenverschwendung bei ARD und ZDF.

Private Unternehmen müssen jeden Arbeitsplatz kalkulieren

Ein privater Medienunternehmer kennt diese Rechnung. Was kostet eine Leistung? Welchen Nutzen bringt sie? Kann die Aufgabe mit einer anderen Tätigkeit kombiniert werden? Kann moderne Technik den Aufwand reduzieren? Ist die Stelle zwingend erforderlich? Solche Fragen gehören in privaten Unternehmen zum Alltag.

Wer sie nicht stellt, bekommt irgendwann wirtschaftliche Schwierigkeiten. Beim öffentlich rechtlichen Rundfunk ist die Situation komfortabler. Die Finanzierung basiert zu einem erheblichen Teil auf Rundfunkbeiträgen. Gerade deshalb wäre eine besonders strenge Ausgabendisziplin angemessen.

Digitalisierung müsste Fernsehen eigentlich günstiger machen

Es gibt noch einen weiteren bemerkenswerten Punkt. Fernsehproduktion ist technisch in vielen Bereichen einfacher geworden. Digitale Kameras, automatisierte Abläufe, computergenerierte Grafiken, digitale Schnittsysteme und moderne Redaktionssoftware haben Produktionsprozesse grundlegend verändert.

Eine Wetterkarte muss heute nicht mehr von Hand gezeichnet werden. Sportresultate liegen digital vor. Nachrichten erreichen Redaktionen innerhalb von Sekunden. Eigentlich müsste technischer Fortschritt deshalb dazu beitragen, bestimmte Produktionsprozesse effizienter zu gestalten.

Wenn die technischen Möglichkeiten immer besser werden, die Strukturen aber weitgehend erhalten bleiben, muss gefragt werden, wo die Effizienzgewinne beim Beitragszahler ankommen. Auch deshalb ist die Debatte über Gebührenverschwendung bei ARD und ZDF längst überfällig.

Nicht weniger Journalismus sondern weniger Apparat

Dabei geht es nicht darum, journalistische Qualität abzuschaffen. Deutschland braucht professionelle Nachrichtenredaktionen. Deutschland braucht Auslandskorrespondenten. Deutschland braucht investigative Journalisten. Und eine Demokratie braucht Medien, die Regierungen, Parteien, Unternehmen und gesellschaftliche Institutionen kritisch kontrollieren.

Aber dafür braucht es nicht automatisch jede Struktur, die irgendwann einmal geschaffen wurde. Vielleicht liegt die Zukunft des öffentlich rechtlichen Rundfunks gerade darin, weniger Apparat und dafür mehr Journalismus zu finanzieren.

Weniger Präsentation. Weniger Doppelstrukturen. Weniger Selbstverwaltung. Dafür mehr Recherche. Mehr Korrespondenten. Mehr investigative Arbeit. Mehr journalistische Substanz.

Das wäre eine Reform, von der auch die Glaubwürdigkeit von ARD und ZDF profitieren könnte.

Gebührenverschwendung bei ARD und ZDF muss transparent diskutiert werden

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob öffentlich rechtlicher Rundfunk grundsätzlich sinnvoll ist. Die entscheidende Frage lautet, wie viel Rundfunk notwendig ist und wie effizient dieser organisiert werden kann. Man könnte ARD und ZDF eine einfache Aufgabe stellen.

Nehmt ein weißes Blatt Papier. Vergesst für einen Moment alle historisch gewachsenen Strukturen. Und entwickelt darauf den öffentlich rechtlichen Rundfunk, den Deutschland im digitalen Zeitalter tatsächlich benötigt. Wie viele Sender braucht man? Wie viele Programme? Wie viele Intendanten? Wie viele Direktoren? Wie viele Moderatoren? Wie viele Experten? Wie viele Studios?

Und wie viele Menschen müssen innerhalb einer kurzen Nachrichtensendung tatsächlich vor die Kamera treten? Die Antwort dürfte spannend werden. Denn möglicherweise würde niemand ein milliardenschweres Rundfunksystem heute noch genauso konstruieren, wie es über Jahrzehnte entstanden ist.

Beitragszahler haben ein Recht auf Wirtschaftlichkeit

Wer von Millionen Haushalten regelmäßig Geld verlangt, übernimmt Verantwortung. Nicht nur für journalistische Qualität. Sondern ebenso für den wirtschaftlichen Umgang mit diesem Geld. Deshalb darf die Kritik an Gebührenverschwendung bei ARD und ZDF nicht reflexartig als Angriff auf den öffentlich rechtlichen Rundfunk verstanden werden.

Das Gegenteil kann richtig sein. Wer einen starken öffentlich rechtlichen Rundfunk erhalten möchte, muss dafür sorgen, dass dessen Strukturen dauerhaft finanzierbar und gegenüber den Bürgern vermittelbar bleiben. Vier Präsentatoren für Informationen, die möglicherweise auch ein oder zwei Menschen vermitteln könnten, sind deshalb mehr als eine kleine Fernseheigenheit.

Sie stehen symbolisch für eine viel größere Frage. Wie viel öffentlich rechtlichen Rundfunk braucht Deutschland wirklich und wie viel davon bezahlt der Bürger lediglich deshalb, weil niemand den Mut besitzt, alte Strukturen konsequent infrage zu stellen?

Genau darauf sollten ARD und ZDF eine überzeugende Antwort geben.

„Wer mit dem Geld anderer wirtschaftet, trägt eine besondere Verantwortung für jeden ausgegebenen Euro.“

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