Die öffentliche Debatte darüber, wie Männer zu sein haben, hat in den vergangenen Jahren deutlich an Schärfe gewonnen. Immer häufiger werden Vorstellungen präsentiert, welche Eigenschaften ein moderner Mann besitzen soll, wie er sprechen, denken und handeln müsse. Wer diesen Erwartungen nicht entspricht, sieht sich schnell mit Vorwürfen konfrontiert oder wird gesellschaftlich kritisiert.
Dabei gerät ein Grundsatz unseres demokratischen Zusammenlebens zunehmend aus dem Blick. Die Würde des Mannes ist unantastbar.
Dieser Satz mag selbstverständlich klingen. Tatsächlich wird er jedoch in gesellschaftlichen Debatten erstaunlich selten ausgesprochen. Während berechtigterweise der Schutz vieler gesellschaftlicher Gruppen eingefordert wird, entsteht bei zahlreichen Männern der Eindruck, dass ihre Perspektive oftmals nur noch unter dem Blickwinkel von Privilegien, Schuld oder Anpassung betrachtet wird.
Die Würde des Mannes ist unantastbar und keine Verhandlungsmasse
Artikel 1 des Grundgesetzes kennt keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Dort heißt es unmissverständlich, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Dieser Grundsatz gilt ausnahmslos. Die Würde des Mannes ist unantastbar, unabhängig davon, ob er Familienvater, Handwerker, Soldat, Unternehmer, Arbeiter, Rentner oder Student ist.
Ebenso wenig hängt sie von seiner politischen Einstellung, seinem Einkommen oder seiner Lebensweise ab. Eine demokratische Gesellschaft lebt davon, dass Menschen unterschiedlich sein dürfen. Sie lebt nicht davon, ein bestimmtes Idealbild vorzuschreiben.
Männer sind keine gesellschaftlichen Erziehungsprojekte
Immer wieder erscheinen Forderungen, Männer müssten ihre Männlichkeit neu definieren oder bestimmten Leitbildern folgen. Solche Diskussionen können legitim sein. Problematisch wird es jedoch dort, wo aus Empfehlungen moralische Verpflichtungen werden. Die Würde des Mannes ist unantastbar, gerade weil jeder Mann das Recht besitzt, seinen eigenen Charakter zu entwickeln.
Es gehört zu einer freien Gesellschaft, dass Männer sensibel oder durchsetzungsstark, emotional oder sachlich, ruhig oder extrovertiert sein dürfen. Ebenso dürfen sie traditionelle oder moderne Rollenmodelle bevorzugen, solange sie die Rechte anderer achten. Vielfalt bedeutet nicht nur die Anerkennung unterschiedlicher Lebensformen. Vielfalt bedeutet auch, unterschiedliche Vorstellungen von Männlichkeit zu akzeptieren.
Respekt darf keine Einbahnstraße sein
Öffentliche Debatten fordern häufig mehr Respekt gegenüber verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Dieses Ziel verdient Unterstützung. Der gleiche Respekt muss jedoch ebenso selbstverständlich Männern entgegengebracht werden. Die Würde des Mannes ist unantastbar, auch wenn Männer Kritik äußern, traditionelle Familienmodelle vertreten oder andere politische Auffassungen haben.
Pauschale Zuschreibungen helfen niemandem. Wer Millionen Männer unter Generalverdacht stellt oder ihnen bestimmte Eigenschaften allein aufgrund ihres Geschlechts zuschreibt, trägt nicht zu einem respektvollen gesellschaftlichen Klima bei.
Verantwortung statt Schuldzuweisung
Die Geschichte kennt zahlreiche Beispiele dafür, dass Männer Verantwortung übernommen haben. Sie gründeten Unternehmen, entwickelten Technologien, bauten Infrastruktur auf, verteidigten Staaten, arbeiteten unter gefährlichen Bedingungen und trugen vielfach die wirtschaftliche Hauptlast ihrer Familien.
Gleichzeitig haben selbstverständlich auch Frauen entscheidende Beiträge zur Entwicklung unserer Gesellschaft geleistet. Gerade deshalb sollte die Diskussion nicht in ein Gegeneinander münden. Die Würde des Mannes ist unantastbar, weil Verantwortung niemals durch pauschale Schuld ersetzt werden darf.
Gleichberechtigung funktioniert nur in beide Richtungen
Echte Gleichberechtigung bedeutet gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleichen Respekt. Sie bedeutet nicht, dass ein Geschlecht moralisch bewertet wird. Sie bedeutet ebenso wenig, dass Männer ihre Identität ständig rechtfertigen müssen.
Die Würde des Mannes ist unantastbar, weil Gleichberechtigung nur dann glaubwürdig ist, wenn sie für alle Menschen gleichermaßen gilt.
Junge Männer brauchen Orientierung statt Abwertung
Viele junge Männer wachsen heute in einer Zeit auf, in der sie widersprüchliche Erwartungen erleben. Sie sollen leistungsfähig sein, gleichzeitig aber nicht zu ehrgeizig wirken. Sie sollen Verantwortung übernehmen, gleichzeitig traditionelle Rollen hinterfragen. Sie sollen Stärke zeigen, gleichzeitig nicht als dominant erscheinen.
Diese Spannungsfelder führen bei vielen zu Unsicherheit. Gerade deshalb brauchen junge Männer Vorbilder, die Verantwortung, Charakter, Zuverlässigkeit, Mut und Respekt vermitteln, ohne ihre Persönlichkeit in starre ideologische Raster zu pressen. Denn die Würde des Mannes ist unantastbar, unabhängig davon, welchen Weg ein junger Mensch für sein Leben wählt.
Eine freie Gesellschaft braucht gegenseitige Achtung
Eine demokratische Gesellschaft wird nicht dadurch stärker, dass Männer und Frauen gegeneinander ausgespielt werden. Sie wird stärker, wenn beide Seiten anerkennen, dass jeder Mensch dieselbe Würde besitzt. Respekt entsteht nicht durch Belehrung.
Respekt entsteht durch gegenseitige Anerkennung. Wer Gleichberechtigung ernst meint, sollte deshalb denselben Maßstab an alle Menschen anlegen. Denn am Ende bleibt ein Grundsatz bestehen, der über allen politischen Debatten steht:
Die Würde des Mannes ist unantastbar.
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