PETA Skandal nach Fußball Krawallen. Wenn plötzlich die Polizei zum Problem erklärt wird

Nach schweren Ausschreitungen beim Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern will PETA rechtliche Schritte wegen des Einsatzes von Polizeipferden und Polizeihunden einleiten. Die Forderung wirft eine entscheidende Frage auf. Wer denkt eigentlich an die Polizeibeamten, die sich gewaltbereiten Menschen entgegenstellen müssen?

Es gehört inzwischen offenbar zu den Merkwürdigkeiten gesellschaftlicher Debatten in Deutschland, dass nach schweren Ausschreitungen nicht ausschließlich über diejenigen gesprochen wird, die Gewalt verursachen. Plötzlich geraten auch diejenigen ins Visier, die diese Gewalt unter Kontrolle bringen müssen.

Genau das geschieht nach dem Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern.

Die Tierrechtsorganisation PETA will rechtliche Schritte einleiten. Dabei sollen zwar auch gewalttätige Personen ins Visier genommen werden, gleichzeitig richtet sich das Vorgehen aber gegen die polizeiliche Einsatzleitung. Der Grund ist der Einsatz von Polizeipferden und Polizeihunden. PETA vertritt die Auffassung, Diensttiere dürften nicht den Gefahren von Gewalt, Pyrotechnik und unkontrollierbaren Menschenmengen ausgesetzt werden.

Das ist der Ausgangspunkt des PETA Skandals. Denn eine entscheidende Frage bleibt dabei nahezu unbeantwortet. Wer schützt eigentlich die Polizisten?

Ein Brandsatz explodiert und die Polizeitaktik gerät ins Visier

Während der Ausschreitungen musste die Polizei Randalierer zurückdrängen. Dabei wurde auch eine Reiterstaffel eingesetzt. Während dieses Einsatzes explodierte ein pyrotechnischer Brandsatz unmittelbar neben einem Polizeipferd. Dass ein solcher Vorgang gefährlich ist, steht außer Frage.

Ein Pferd ist kein Gegenstand. Selbstverständlich muss ein Diensttier bestmöglich geschützt werden. Doch die entscheidende Frage lautet, wer diese Gefahr geschaffen hat. Nicht das Pferd. Nicht sein Reiter. Und auch nicht die Tatsache, dass eine Reiterstaffel grundsätzlich existiert.

Die konkrete Gefahr entstand durch den Einsatz von Pyrotechnik während gewalttätiger Ausschreitungen. Trotzdem fordert PETA nicht lediglich eine Untersuchung dieses konkreten Einsatzes. Die Organisation geht wesentlich weiter. Nach ihrer Auffassung haben Pferde und Hunde im Polizeidienst grundsätzlich nichts verloren, insbesondere nicht bei Hochrisikospielen.

Gleichzeitig fordert PETA die Abschaffung berittener Polizeieinheiten. Genau hier beginnt der eigentliche PETA Skandal.

Polizeipferde werden genau für schwierige Situationen ausgebildet

Die Darstellung, Polizeipferde würden praktisch unvorbereitet in chaotische Menschenmengen geschickt, hält einer Betrachtung der polizeilichen Ausbildung nicht stand. Die Polizei Baden Württemberg beschreibt selbst hohe Anforderungen an Polizeipferde. Sie müssen unter anderem gesund, mutig und stressstabil sein. Ihre polizeispezifische Ausbildung kann bis zu zwei Jahre dauern.

Dabei werden die Tiere gezielt an außergewöhnliche Situationen gewöhnt. Dazu gehören Menschenmengen, Rauch, Feuer und Pyrotechnik. Das bedeutet natürlich nicht, dass ein explodierender Brandsatz für ein Pferd ungefährlich wäre. Aber es bedeutet etwas Entscheidendes. Polizeipferde geraten nicht zufällig in solche Situationen. Sie werden speziell ausgewählt, trainiert und schrittweise auf außergewöhnliche Belastungen vorbereitet.

Genau deshalb existieren Dienstpferde. Dasselbe Grundprinzip gilt für Polizeihunde. Auch sie werden nicht wie gewöhnliche Haustiere behandelt, sondern für bestimmte polizeiliche Aufgaben ausgewählt und ausgebildet.

Warum Polizeipferde Menschenmengen beeindrucken können

Beim PETA Skandal wird zudem eine wesentliche Funktion berittener Polizeieinheiten ausgeblendet. Ein Polizeipferd ist groß. Es ist weithin sichtbar. Es schafft Abstand. Und seine bloße körperliche Präsenz kann eine Wirkung entfalten, für die ansonsten möglicherweise mehrere Polizeibeamte erforderlich wären.

Die Bayerische Polizei beschreibt selbst den präventiven und deeskalierenden Effekt ihrer Reiterstaffeln. Das imposante Erscheinungsbild der Pferde könne potenzielle Straftäter abschrecken. Gerade bei Fußballeinsätzen habe sich nach Angaben der Polizei die hohe Effektivität der Tiere bei der Gewaltvermeidung bewährt.

Das ist für die Bewertung des PETA Skandals entscheidend. Denn die Frage darf nicht ausschließlich lauten, ob ein Polizeipferd bei einem Hochrisikospiel einer Gefahr ausgesetzt werden könnte. Die zweite Frage muss lauten, was geschieht, wenn dieses Einsatzmittel fehlt.

Was soll an die Stelle der Polizeipferde treten?

Eine Menschenmenge verschwindet nicht, weil PETA keine Polizeipferde mehr sehen möchte. Auch gewaltbereite Personen werden dadurch nicht friedlich. Wenn Polizeipferde abgeschafft werden, muss die Polizei andere Mittel einsetzen. Mehr Beamte? Mehr unmittelbaren körperlichen Zwang? Mehr Schlagstöcke? Mehr Pfefferspray? Mehr technische Einsatzmittel?

Wer die Abschaffung eines bewährten Einsatzmittels fordert, sollte zumindest erklären, wie die dadurch entstehende Lücke geschlossen werden soll. Genau diese Betrachtung fehlt beim PETA Skandal. Ein Polizeipferd kann aufgrund seiner Größe und Präsenz eine Menschenmenge auf Distanz halten. Dadurch können möglicherweise direkte körperliche Auseinandersetzungen zwischen Beamten und gewaltbereiten Personen vermieden werden.

Das schützt im Idealfall nicht nur Polizisten. Es schützt auch Demonstranten, Zuschauer und sogar diejenigen, gegen die sich der Polizeieinsatz richtet.

Und wer denkt eigentlich an die Polizisten?

Diese Frage muss gestellt werden. Polizeibeamte können sich bei einem Hochrisikospiel nicht aussuchen, ob sie heute Lust auf Ausschreitungen haben. Wenn eine Situation eskaliert, müssen sie hinein. Wenn Gegenstände fliegen, müssen sie bleiben. Wenn Menschen aufeinander losgehen, müssen sie dazwischen. Wenn Pyrotechnik eingesetzt wird, müssen sie trotzdem ihre Aufgabe erfüllen.

Während andere flüchten können, beginnt für die Polizei häufig erst der eigentliche Einsatz. Natürlich muss ein Rechtsstaat auch seine Diensttiere schützen. Niemand vernünftiges verlangt, Pferde oder Hunde unnötigen Gefahren auszusetzen. Aber warum wird in der Argumentation des PETA Skandals nicht ebenso intensiv darüber gesprochen, wie Polizeibeamte geschützt werden können?

Ein Dienstpferd kann für einen Beamten ein entscheidendes Einsatzmittel sein. Seine Präsenz schafft Distanz zwischen Polizei und aggressiven Menschen. Wer dieses Mittel abschaffen möchte, sollte deshalb auch Verantwortung für die Konsequenzen seiner Forderung übernehmen.

Wer ist PETA eigentlich?

PETA Deutschland wurde 1993 gegründet und ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit Sitz in Stuttgart. Dabei ist eine wichtige Unterscheidung notwendig. PETA versteht sich nicht lediglich als klassischer Tierschutzverein, der bessere Haltungsbedingungen fordert. Die Organisation verfolgt einen wesentlich umfassenderen Ansatz. PETA kämpft gegen den sogenannten Speziesismus und vertritt grundsätzlich die Position, dass Tiere nicht für menschliche Zwecke ausgebeutet werden sollen.

Vor diesem Hintergrund wird verständlicher, weshalb die Organisation auch Polizeipferde grundsätzlich infrage stellt. Beim PETA Skandal geht es deshalb um mehr als die Frage, ob ein einzelnes Pferd bei einem bestimmten Polizeieinsatz gefährdet wurde. Dahinter steht eine grundsätzliche Haltung zur Nutzung von Tieren durch Menschen.

PETA ist außerdem ausgesprochen kampagnenstark. Die Organisation arbeitet intensiv mit öffentlichen Aktionen, Demonstrationen, Pressearbeit und juristischen Verfahren. Aufmerksamkeit ist dabei ein wesentliches Instrument.

Wird PETA eigentlich vom Staat finanziert?

Auch diese Frage muss sachlich beantwortet werden. Für eine direkte staatliche Finanzierung von PETA Deutschland gibt es keinen belastbaren Beleg. PETA erklärt selbst, keine staatliche Unterstützung zu erhalten und sich über Spenden zu finanzieren. Nach den veröffentlichten Finanzdaten erzielte PETA Deutschland 2024 Gesamteinnahmen von rund 16,78 Millionen Euro. Davon stammten rund 16,72 Millionen Euro aus Spenden und Erbschaften.

PETA ist allerdings als gemeinnütziger Verein anerkannt und genießt damit die entsprechenden steuerrechtlichen Privilegien. Das ist jedoch nicht mit einer Finanzierung aus dem Bundeshaushalt oder einem Landesetat gleichzusetzen. Gerade ein kritischer Artikel sollte diesen Unterschied deutlich machen. Wer PETA wegen seiner Forderungen kritisiert, braucht keine unbelegte Behauptung über staatliche Millionen.

Die tatsächlichen Forderungen der Organisation sind kontrovers genug.

Der PETA Skandal stellt Ursache und Wirkung auf den Kopf

Genau hier liegt das gesellschaftspolitische Problem. Wenn ein pyrotechnischer Brandsatz neben einem Polizeipferd explodiert, muss zuerst die Frage gestellt werden, warum Menschen bei einem Fußballspiel überhaupt Brandsätze oder gefährliche Pyrotechnik gegen oder in unmittelbarer Nähe von Einsatzkräften verwenden. Wer hat die gefährliche Situation geschaffen?

Wer zwingt die Polizei überhaupt dazu, mit starken Kräften anzurücken? Wer macht aus einem Fußballspiel einen Hochrisikoeinsatz? Die Polizei veranstaltet solche Einsätze schließlich nicht zum Vergnügen. Polizeibeamte stehen dort, weil die Gefahr besteht, dass andere Menschen Gewalt ausüben. Der PETA Skandal droht deshalb Ursache und Wirkung zu verschieben.

Nicht der Einsatz eines ausgebildeten Polizeipferdes ist der Ursprung der Eskalation. Der Ursprung liegt bei Menschen, die glauben, Fußballstadien oder deren Umfeld seien geeignete Orte für Gewalt und gefährliche Pyrotechnik.

Tierschutz darf nicht zur Realitätsverweigerung werden

Tierschutz ist ein wichtiges gesellschaftliches Anliegen. Aber Tierschutz muss sich einer realistischen Abwägung stellen. Es wäre völlig legitim zu untersuchen, ob bei einem bestimmten Einsatz unnötige Risiken für Tiere entstanden sind. Ebenso legitim ist die Frage, ob Ausbildung, Schutzkonzepte und Einsatzregeln verbessert werden können.

Doch die pauschale Forderung, Polizeipferde aus Hochrisikoeinsätzen zu verbannen oder berittene Einheiten gleich vollständig abzuschaffen, ist etwas völlig anderes. Denn dann muss PETA beantworten, welche Alternative der Polizei zur Verfügung stehen soll. Ein Rechtsstaat braucht handlungsfähige Sicherheitskräfte.

Polizisten müssen sich gegen aggressive Gruppen behaupten können. Gleichzeitig sollen sie möglichst wenig Gewalt einsetzen. Gerade deshalb können Polizeipferde sinnvoll sein. Ihre Wirkung entsteht nicht erst durch körperlichen Einsatz. Ihre Wirkung beginnt mit ihrer Präsenz.

Vielleicht sollte PETA einmal die Perspektive wechseln

Der PETA Skandal zeigt, wie einfach es ist, einen Polizeieinsatz aus sicherer Entfernung zu beurteilen. Vielleicht wäre deshalb ein Perspektivwechsel hilfreich. Nicht vom Schreibtisch aus. Nicht aus sicherer Entfernung. Sondern mitten in einem Hochrisikoeinsatz. Dort, wo Menschen vermummt auftreten. Dort, wo Pyrotechnik gezündet wird. Dort, wo aggressive Gruppen aufeinandertreffen können.

Dort, wo Polizeibeamte innerhalb von Sekunden Entscheidungen treffen müssen. Und dort, wo ein Fehler möglicherweise Verletzte bedeutet. Danach kann man darüber diskutieren, welche Einsatzmittel diese Beamten noch benutzen dürfen. Das Pferd verdient Schutz. Der Polizeihund verdient Schutz. Aber auch der Polizeibeamte verdient Schutz.

Und eine Gesellschaft sollte sehr genau überlegen, ob sie denjenigen immer weitere Einsatzmittel aus der Hand nimmt, die am Ende ihren Kopf hinhalten müssen, wenn andere jede Grenze überschreiten. Der eigentliche Skandal wäre deshalb nicht, über den Schutz von Diensttieren zu diskutieren.

Der eigentliche PETA Skandal beginnt dort, wo der Schutz des Tieres gegen die Sicherheit des Menschen ausgespielt wird und diejenigen ins Visier geraten, die eine von anderen verursachte gefährliche Situation überhaupt erst unter Kontrolle bringen müssen.

„Wer den Beschützern ihre Mittel nimmt, sollte erklären können, wie sie uns anschließend noch schützen sollen.“

  • PETA Skandal

    PETA Skandal nach Fußball Krawallen. Wenn plötzlich die Polizei zum Problem erklärt wird

  • kölner willkommensbehörde

    Skandal um Kölner Willkommensbehörde. Wenn der Staat die Ausreisepflicht selbst aushebelt

  • Annalena Baerbock Selbstüberschätzung

    Annalena Baerbock Selbstüberschätzung. Wenn das eigene Spiegelbild wichtiger wird als die Wirklichkeit

  • hitzetote

    12.000 Hitzetote im Faktencheck. Die Wahrheit hinter der Schockzahl

Jürgen Trittin. Grüne Märchenstunde entlarvt. Die unbequeme Wahrheit hinter seiner Energiewende

Hass Alarm um die Grüne Jugend. Wenn Deutschlandverachtung zur politischen Pose wird

Enteignung gegen Wohnungsnot. Der Irrweg der Linken ist explosiv und kraftlos

Skandal um Die Linke. Warum der Umgang mit Linksextremismus zur Glaubwürdigkeitsfrage für die Grünen wird

Heiß diskutiert

1. Fußball-Bundesliga. Spieltag und Ergebnisse

Die 1. Fußball-Bundesliga, das Herzstück des deutschen Fußballs, hat...

2. Fußball-Bundesliga. Spieltag und Tabelle

Während die 1. Fußballbundesliga zweifellos im Rampenlicht des deutschen...

White&Black von Schwabenhaus. Jetzt werden Wohnträume bezahlbar!

Qualität, Stil und Nachhaltigkeit mit White&Black Die Hausbauwelt in Deutschland...

Wagenknecht Skandal. BSW in der Krise. Macht ohne Mandat gefährdet Brandenburg

Der Wagenknecht Skandal. BSW-Machtpolitik ohne Mandat, oder wie eine...

Skandal um Kölner Willkommensbehörde. Wenn der Staat die Ausreisepflicht selbst aushebelt

Eine Behörde soll deutsches Recht vollziehen. Doch in Köln...

12.000 Hitzetote im Faktencheck. Die Wahrheit hinter der Schockzahl

12.000 Hitzetote sind eine erschreckende Zahl 12.000 Hitzetote. Inzwischen sind...

Jürgen Trittin. Grüne Märchenstunde entlarvt. Die unbequeme Wahrheit hinter seiner Energiewende

Jürgen Trittin. Erstaunliche Geschichtsklitterung! Die Grünen hatten recht und...

Friedrich Merz im Dauerfeuer! Die überraschend starke Bilanz hinter seinen Fehlern

Friedrich Merz steht unter gewaltigem Druck. Seine Umfragewerte sind...

Klingbeils dreister Steuerhammer! Jetzt soll der Rabattfreibetrag fallen

Finanzminister will Personalrabatte besteuern und kassiert ausgerechnet bei Beschäftigten Während...

Enteignung gegen Wohnungsnot. Der Irrweg der Linken ist explosiv und kraftlos

Jeder hat ein Recht auf Dummheit. Auch Die Linke Untertitel:...

Verwandte Artikel

Populäre Kategorien