Louis Klamroth legt den roten Teppich für die Ampelkoalition

Louis Klamroth legt den roten Teppich für die Ampelkoalition
WESTDEUTSCHER RUNDFUNK KÖLN Wechsel bei „hart aber fair“: Frank Plasberg geht, Louis Klamroth kommt Neue Zeiten bei „hart aber fair“: Nach fast 22 Jahren gibt der erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Journalist und Moderator Frank Plasberg (65) die Moderation des renommierten ARD-Polittalks ab. Neuer Moderator von „hart aber fair“ (WDR für Das Erste) wird Louis Klamroth (32). Frank Plasberg verabschiedet sich Ende November 2022 nach dann insgesamt knapp 750 Sendungen von den „hart aber fair“-Zuschauer:innen. Louis Klamroth (Bild) wird „hart aber fair“ erstmals im Januar 2023 präsentieren. © WDR/Ansager & Schnipselmann/Julia Feldhagen, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter WDR-Sendung und bei Nennung "Bild: WDR/Ansager & Schnipselmann/Julia Feldhagen" (S2+). WDR Kommunikation/Redaktion Bild, Köln, Tel: 0221/220 -7132 oder -7133, Fax: -777132, bildkommunikation@wdr.de

Die politische Berichterstattung und die Rolle der Medien in der öffentlichen Meinungsbildung sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen und Debatten bei “Hart aber Fair”. Die Feststellung, dass Louis Klamroth in seiner Sendung der Ampelregierung einen “roten Teppich” auslegt und Fehler der Regierung beschönigen lässt, wirft wichtige Fragen zur Unabhängigkeit und Objektivität der Medien auf.

In einer demokratischen Gesellschaft sind Medien eine entscheidende Säule, die Öffentlichkeit über politische Entwicklungen zu informieren und politische Diskussionen zu ermöglichen. Wichtig ist, dass Medien in der Lage sind, kritische Fragen zu stellen und die Regierung, unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung, zur Rechenschaft zu ziehen. Dies schließt auch ein, Fehler und Versäumnisse aufzuzeigen und zu hinterfragen.

Journalistinnen und Journalisten haben die Verantwortung, die Wahrheit zu suchen und die Interessen der Öffentlichkeit zu vertreten. Dies erfordert eine ausgewogene Berichterstattung und die Bereitschaft, sowohl Lob als auch Kritik auszusprechen, wenn es angebracht ist. Politische Sendungen wie “Hart aber Fair” sollten eine Plattform für verschiedene Perspektiven bieten und kontroverse Diskussionen ermöglichen. Das Gegenteil ist der Fall. Trotz gegenteiliger Meinungsumfragen wird die Ampel in der Sendung nahezu glorifiziert.

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Quelle: ZDF

Die Ergebnisse des Politbarometers extra für das ZDF-Sommerinterview mit Bundeskanzler Olaf Scholz liefern einen interessanten Einblick in die öffentliche Meinung über den amtierenden Kanzler. Die Befragung zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen Scholz als führungsschwach wahrnimmt und große Bedenken hinsichtlich seiner Kommunikationsfähigkeiten hat.

Es ist unbestreitbar, dass die Führung eines Landes wie Deutschland in turbulenten Zeiten wie diesen eine immense Herausforderung darstellt. Die Erwartungen an einen Bundeskanzler sind hoch, und die Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass er in wichtigen politischen Fragen standhaft und entschlossen handelt. Die Tatsache, dass nur 21 Prozent der Befragten glauben, dass Scholz sich in solchen Fragen durchsetzt, sollte ihn und seine Regierung zum Nachdenken anregen. Dieser Mangel an Führungsfähigkeiten könnte die Umsetzung wichtiger politischer Maßnahmen und Reformen behindern.

Ebenso besorgniserregend ist die Wahrnehmung, dass Scholz bei politischen Interviews oft keine konkreten Antworten auf gestellte Fragen gibt. Eine effektive Kommunikation mit der Öffentlichkeit ist von entscheidender Bedeutung, um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zu gewinnen und die politische Agenda voranzutreiben. Die hohe Zustimmung (72 Prozent) zu der Aussage, dass Scholz häufig vage oder ausweichend antwortet, zeigt, dass die Bevölkerung hier Klärungsbedarf sieht. Transparenz und Offenheit sind in der Politik von großer Bedeutung, um das Vertrauen der Wähler zu erhalten.

In der Sendung Hart aber Fair vom Montag, 11.09.2023 ist von dieser Einschätzung keine Rede. Der Bundeskanzler handelt überlegt, besonnen und im Interesse des deutschen Volkes. Er war es, so wurde in der Sendung referiert, der den chinesischen Staatschef Xi Jinping dazu gebracht hat, dass Russland seine Drohungen, Atombomben einzusetzen, einstellen muss. Er war es, der eine Rede zur Zeitenwende gehalten hat, nach der es Standing Ovations im Deutschen Bundestag gegeben hat.

Hier wurde zum ersten Mal offensichtlich, Scholz hat eine Tendenz, große Versprechen und Ankündigungen zu machen, die oft von vielen als vielversprechend empfunden werden, in der Umsetzung aber bleiben sie hinter den Versprechungen zurück.

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Quelle: ZDF

Auch das Heizungsgesetz von Robert Habeck hat in der politischen Landschaft sicherlich für Aufsehen gesorgt, und die Diskussionen um dieses Gesetz werfen interessante Fragen zur Kommunikation von politischen Veränderungen auf.

Die Art und Weise, wie politische Reformen kommuniziert werden, ist von entscheidender Bedeutung, um die Zustimmung und das Verständnis der Öffentlichkeit zu gewinnen. Wenn ein Gesetz nahezu zu 100 Prozent verändert wird, bevor es dem Bundestag vorgestellt wird, kann dies zu Verwirrung und Misstrauen führen. Die Menschen erwarten, dass politische Entscheidungen transparent und nachvollziehbar sind. Mittlerweile klopfen sich die Ampelparteien auf die Schultern, weil das fragwürdige, unausgegorene Gesetz am 09.09.2023 verabschiedet wurde. Der Scherbenhaufen, der auf dem Weg zur Verabschiedung hinterlassen wurde, spielt keine Rolle mehr. Der Zuwachs der AfD hat mit Art und Weise der Ampel, Gesetze zu gestalten, nichts zu tun.

Im Gegenteil, die Verantwortung liegt bei der CDU, behauptet Christian Dürr. Kein Gedanke, dass Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in die Regierung verlieren, wenn die politische Agenda als unzureichend empfunden wird. Zwangsläufig wird dann nach alternativen politischen Optionen gesucht. Soziale, wirtschaftliche und kulturelle Faktoren spielen eine Rolle, ebenso politische Kommunikation und Wahrnehmung von politischer Führung. Für Christian Dürr scheint es einfacher zu sein, auf Fehler oder Versäumnisse anderer Parteien hinzuweisen, als die eigenen Verantwortungen anzuerkennen und anzugehen.

Wieder wurde eine Sendung Hart aber Fair präsentiert, die einzig und allein dem Ziel untergeordnet ist, einen roten Teppich für die Ampelkoalition auszulegen. Berechtigte Kritik an der Ampel ist nicht willkommen. Deutschland hat eine wunderbare Regierung. Nur die Wähler wollen das nicht begreifen.

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Wechsel bei „hart aber fair“: Frank Plasberg geht, Louis Klamroth kommt
Neue Zeiten bei „hart aber fair“: Nach fast 22 Jahren gibt der erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Journalist und Moderator Frank Plasberg (65) die Moderation des renommierten ARD-Polittalks ab. Neuer Moderator von „hart aber fair“ (WDR für Das Erste) wird Louis Klamroth (32). Frank Plasberg verabschiedet sich Ende November 2022 nach dann insgesamt knapp 750 Sendungen von den „hart aber fair“-Zuschauer:innen. Louis Klamroth (Bild) wird „hart aber fair“ erstmals im Januar 2023 präsentieren.
© WDR/Ansager & Schnipselmann/Julia Feldhagen, honorarfrei – Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter WDR-Sendung und bei Nennung “Bild: WDR/Ansager & Schnipselmann/Julia Feldhagen” (S2+). WDR Kommunikation/Redaktion Bild, Köln, Tel: 0221/220 -7132 oder -7133, Fax: -777132, bildkommunikation@wdr.de

Rudolf Stier - Freier Journalist

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