Kommentar
Männer Manifest der Grünen sorgt bundesweit für Diskussionen. Das Männer Manifest der Grünen will nach eigener Darstellung ein modernes Verständnis von Männlichkeit fördern. Doch genau dieses Männer Manifest der Grünen wirft eine grundlegende Frage auf. Warum glaubt eine politische Partei überhaupt, definieren zu müssen, wie Männer heute sein sollen?
Mit dem Männer Manifest der Grünen beschreiben die Grünen Eigenschaften, die aus ihrer Sicht eine moderne Männlichkeit ausmachen. Stärke ja, aber richtig verstanden. Verantwortung ja. Sensibilität ebenfalls. Klassische Rollenbilder werden dagegen kritisch betrachtet. Für die einen ist das ein zeitgemäßer Debattenbeitrag. Für andere wirkt das Männer Manifest der Grünen wie ein politischer Versuch, gesellschaftliche Leitbilder für Männer zu formulieren.
Das Männer Manifest der Grünen stellt eine Grundsatzfrage
Das eigentliche Problem des Männer Manifest der Grünen liegt nicht darin, dass Politiker ihre Meinung äußern. Das gehört zur Demokratie. Die entscheidende Frage lautet vielmehr, warum eine Partei überhaupt den Anspruch erhebt, ein Leitbild für Männlichkeit zu formulieren.
Männer benötigen kein politisches Handbuch, um ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Sie benötigen Freiheit. Genau deshalb stößt das Männer Manifest der Grünen bei vielen Bürgern auf Kritik. Denn sobald Politik beschreibt, welches Verhalten modern und gesellschaftlich erwünscht ist, entsteht zwangsläufig auch der Eindruck, andere Lebensentwürfe seien weniger zeitgemäß.
Franziska Brantner und Ricarda Lang müssen sich kritischen Fragen stellen
Wenn führende Politikerinnen wie Franziska Brantner und Ricarda Lang ein solches Manifest vertreten oder geprägt haben, müssen sie sich auch einer kritischen öffentlichen Debatte stellen.
Warum soll eine Partei definieren, welche Form von Männlichkeit als modern gilt? Warum braucht es überhaupt das Männer Manifest der Grünen, wenn gleichzeitig immer wieder Vielfalt und individuelle Freiheit eingefordert werden? Und weshalb soll ausgerechnet die Politik darüber entscheiden, welche Eigenschaften einen modernen Mann ausmachen? Diese Fragen richten sich nicht gegen einzelne Menschen, sondern gegen den politischen Anspruch des Männer Manifest der Grünen.
Der Rollentausch macht den Widerspruch sichtbar
Man stelle sich einen Moment lang vor, führende Politiker würden ein Manifest veröffentlichen, das beschreibt, wie Frauen heute zu sein haben. Darin würde stehen, welche Eigenschaften eine moderne Frau besitzen sollte, welche Rollenbilder überholt seien und welches Verhalten gesellschaftlich erwünscht sei.
Die öffentliche Reaktion wäre vermutlich heftig. Viele würden einen solchen Text als bevormundend empfinden. Genau deshalb löst das Männer Manifest der Grünen bei zahlreichen Kritikern Irritationen aus. Denn dieselben Maßstäbe sollten unabhängig vom Geschlecht gelten.
Was ist mit Männern, die das Leitbild nicht erfüllen wollen?
Das Männer Manifest der Grünen wirft zwangsläufig eine weitere Frage auf. Was ist mit Männern, die sich in diesem Leitbild gar nicht wiederfinden? Mit Männern, die traditionelle Familienmodelle bevorzugen? Mit Männern, die Wettbewerb, Leistungsbereitschaft oder klassische Rollenbilder als wichtigen Teil ihrer Persönlichkeit ansehen? Mit Männern, die ihre Identität nicht anhand politischer Leitlinien definieren möchten?
Eine freiheitliche Demokratie sollte all diesen Lebensentwürfen denselben Respekt entgegenbringen.
Politik sollte Freiheit schützen statt Persönlichkeiten definieren
Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Wirtschaftliche Unsicherheit, hohe Abgaben, Bürokratie, Wohnraummangel und internationale Krisen beschäftigen Millionen Menschen. Vor diesem Hintergrund fragen sich viele Bürger, ob das Männer Manifest der Grünen tatsächlich zu den dringendsten politischen Aufgaben gehört.
Parteien sollten Rahmenbedingungen schaffen, unter denen Menschen frei leben können. Sie sollten jedoch vermeiden, Persönlichkeitsideale vorzugeben.
Das Männer Manifest der Grünen bleibt ein politischer Streitfall
Ob das Männer Manifest der Grünen als Einladung zu einer gesellschaftlichen Debatte verstanden wird oder als Versuch, neue Leitbilder für Männer zu etablieren, darüber werden die Meinungen auseinandergehen. Fest steht jedoch, dass eine offene Demokratie unterschiedliche Vorstellungen von Männlichkeit aushalten muss.
Der Staat und politische Parteien sollten keine Schiedsrichter darüber sein, welcher Mann als modern gilt und welcher nicht. Gerade Freiheit bedeutet, seinen eigenen Weg gehen zu können, ohne sich an einem politischen Idealbild messen lassen zu müssen.
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